Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die Seele ist nicht dort, wo sie lebt, sondern wo sie liebt. (Juan de la Cruz)

Als ich darüber nachdachte, was sich hinter dem vierzehnten Türchen des Adventskalenders der Blogoezese verbergen könnte, fiel mir der Heiligenkalender ein. Und als ich nachschaute, fand ich den Heiligen Johannes vom Kreuz, der an diesem heutigen Tag vor 425 Jahren gestorben ist. Da wir den Karmel in Hauenstein in der Pfalz haben, wusste ich ein bisschen was dazu und beschloss, über ihn und die Karmeliter zu schreiben.
Aber wie anfangen? Ich las und grübelte und googelte und las. Vor allem - wie sollte ich diese gewaltigen Gedanken des großen Mystikers hinter ein Adventskalender-Fenster quetschen? Irgendwann hatte wohl der Heilige Johannes genug von meinen laienhaften Versuchen und schickte mir einen Kollegen, den Heiligen Nikolaus. In der Nacht vom fünften auf den sechsten Dezember durchwühlte ich meine Fotokiste mal wieder, und dabei fand ich - einen Adventskalender! Den hatte ich als Erzieherin 1998 gemeinsam mit Kollegen, Kindern und Jugendlichen des Kinderheimes St. Nikolaus in Landstuhl erstellt. Wir verkauften ihn damals anlässlich eines Adventsbasars im Heim.


 Hach! dachte ich. Ein Wink des Himmels! Schuster, bleib bei deinen Leisten. Schreib nicht über Johannes vom Kreuz, schreib über etwas wovon du was verstehst. Ich schaute den gesamten Kalender durch, las das Vorwort des damaligen Heimleiters, betrachtete mir die kleinen Zeichnungen, las die Texte, ausgewählt von Kindern der verschiedenen Gruppen. Die meisten waren zusammengesucht aus Büchern oder Zeitschriften. Ich glaube, damals hat noch keiner von uns im Internet nach Texten gesucht. Ein einziger Text war handschriftlich von einem Jungen, der zusammen mit seiner Schwester im Heim wohnte. Dadurch war der Aufsatz etwas Besonderes, und wir hatten ihn auf den Heiligabend platziert. Hier ist er, ich hoffe, ihr könnt ihn lesen:


 Ich habe heute noch Kontakt zu etlichen Ehemaligen aus dem Kinderheim.  Eine befreundete Erzieherin, die schon mehr als 40 Jahre dort arbeitet, kennt noch viele ehemalige Heimkinder, die inzwischen selbst Eltern oder gar Großeltern sind. Immer wieder suchen sie nach Fotos, die sie an ihre Zeit dort erinnern. Das war ihr Zuhause! Heutzutage ist das Gelände nicht mehr so gepflegt und schön, wie es zu Zeiten der Nonnen war, die einst das Heim betreuten. Die kleine Kirche wurde vor einigen Jahren, nach dem Weggang der Schwestern vom Armen Kind Jesu profaniert.  Klar, die Zeiten haben sich geändert. Personal kostet viel, und wo früher Schwestern und Kinder Hand in Hand arbeiteten, muss nun vielleicht ein einzelner Hausmeister große Flächen betreuen. Die Kirche soll verkauft oder vermietet werden, um Geld für das Heim einzubringen.
  Es gibt eine Serie alter Postkarten, die das Kinderheim zeigen, wie es einmal dort aussah. Herr Ulli Heist, geprüfter Gästeführer in Landstuhl, hat sie ins Netz gestellt (hier) Ich weiß genau, dass ich irgendwo auch noch diese Postkarten habe, aber wo in den Tiefen meiner Stapel und Sammlungen? Beim Suchen fiel mir ein, dass es im Wald, der zum Heim gehört, ein Wegekreuz gab. Auch dieses ist auf den alten Fotos zu sehen, und ganz klar, es gehört in unseren Blog!


Als ich dort gearbeitet habe, stand es noch im Wald, war aber sehr verwittert. Aus meiner Kindheit kann ich mich an Zeiten erinnern, wo dieses Kreuz mit Blumen und Kerzen geschmückt wurde. Damals hatte das Heim immer einen Priester, der dort wohnte und die seelsorgerischen Aufgaben wahrnahm. An Fronleichnam gab es eine Prozession übers Heimgelände mit vier Altären, einer davon wurde am Kreuz im Wald erstellt. Da ich nicht lesen konnte, wie die Inschrift des Kreuzes lautete, schrieb ich Herrn Heist an. Netterweise sandte er mir einen Scan aus seiner Postkarte:


Und das ist der Text: "Im schönen Spiegel der Natur / siehst du des großen Schöpfers Spur / doch willst du ihn noch größer sehn / so bleib an seinem Kreuze stehn."
Ich bin heute zum Kreuz hingewandert. Es steht noch. Aber so sieht es jetzt aus:


Offenbar wurde versucht, es zu erhalten, und das Kreuz wurde neu angestrichen. Der Korpus ist verschwunden. Ganz oben hängt noch die "INRI" - Tafel. Immerhin - im Kinderheim, das nun ohne Priester und Nonnen auskommen muss, findet sich "des großen Schöpfers Spur"- in der Natur und ganz sicher auch in den Kindern und all den Menschen, die hier leben und gelebt haben, arbeiten, lieben ....
Was mich noch einmal zum Heiligen Johannes vom Kreuz hinführt, der geschrieben hat:

"die Geschöpfe sind gleichsam eine Spur der Fußstapfen Gottes, an der man seine Größe, Macht und Weisheit sehen kann."

Wir alle also!

Eine gesegnete Adventszeit und frohe Spurensuche auf Weihnachten hin wünsche ich uns.
Morgen öffnen wir ein Türchen bei P. Recktenwald







Sonntag, 18. September 2016

Im Elsass: Kreuze und eine Kapelle in Salmbach und Schleithal


Nur zwei Orte im Elsass spielen in diesem Album eine Rolle, aber dort gibt es eine Fülle von Wegkreuzen - offenbar noch viel mehr als in Album 20 abgebildet. 


19. Kreuz mit schönem Christus neben der Kapelle auf dem Friedhof von Salmbach, einer kleinen Gemeinde mit etwa 560 Einwohnern.


20 a. Eine Kombination von mehreren ursprünglich wohl nicht zusammengehörenden Elementen: ein vermutlich neueres Kreuz und eine ältere Figurenstele, in deren eine Nische eine Art Lourdes-Madonna gestellt wurde. 


20 b. Die Inschrift auf diesem Kreuz ist leider nicht vollständig abgebildet. Sie lautet: Errichtet aus Dankbarkeit durch sieben Familien, die in gefahrvoller Stunde ...


20 c. Der Korpus an diesem Kreuz in Salmbach wirkt alt, Sockel und Geisttaube aber eher modern. Die Jahreszahl auf dem Sockel, der sicher neueren Datums ist,  lautet wohl 2003.

Die folgenden beiden Kreuze vom Lothringer Typus finden sich westlich von Salmbach


21 a. Kreuzigungsgruppe mit großen Figuren von Maria und Johannes und einer kleineren Gruppe, die evtl. die heilige Familie darstellt und einigen ausdrucksvollen Köpfen am Fuß des Kreuzes


20 b. Vor dem nächsten Maisfeld steht diese schöne Kreuzigungsgruppe. Vermutlich stellt die kniende Figur Maria Magdalena dar, außer dem offenen Haar fehlt aber ein klares Attribut.

Die nächsten fünf Kreuze stehen in oder bei Schleithal, dem längsten Dorf im Elsass


22 a. Das erste ist wieder eine Kreuzigungsgruppe im Feld, wobei die Figuren diesmal nicht weiß gefasst sind und auf dem Foto teilweise im Schatten stehen



22 b. Ein eigenes Kreuz im Garten, das hat nicht jeder. Dieses hier gehört zu einem Hof in Schleithal und wird offenbar liebevoll gepflegt.


23 a. Wegkreuz im Feld bei Schleithal. Die Inschrift ist wegen des Zäunchens nur teilweise lesbar, ist aber wohl das klassische Jeremiah-Zitat: O ihr alle, die ihr vorübergehet, schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei wie mein Schmerz.


23 b. Dieses sehr schöne Kreuz steht auf dem Friedhof von Schleithal. Die Inschrift ist  ein Zitat von Joh. 11, 25: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.


23 c. Auch bei diesem Wegkreuz bei Schleithal sind wohl Alt und Neu kombiniert worden

Mittwoch, 31. August 2016

Weiter gehts!

21 Alben waren angekündigt und 21 Alben werdens werden, auch wenn die Abstände zwischen unseren Einträgen manchmal sehr groß sind.
Das 20. Album führt uns erneut und ausschließlich ins französische Nachbarland und zwar sowohl ins Elsass als auch nach Lothringen. Hier schon mal ein Überblick, die ersten Bilder folgen demnächst.








Montag, 7. März 2016

Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten

Am 5.3.2016 ist Nikolaus Harnoncourt friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen.Trauer und Dankbarkeit sind groß. Es war eine wunderbare Zusammenarbeit.

Mit diesen Worten unterrichtete Alice Harnoncourt die Öffentlichkeit über den Tod ihres Mannes, mit dem sie eine mehr als 60 Jahre währende Ehe und eben so lange musikalische Zusammenarbeit verband. Innerhalb dieser "Öffentlichkeit" gibt es viele, die sein Tod sehr bewegt, und ich gehöre zu ihnen. Nikolaus Harnoncourt (mit vollem Namen Johann Nikolaus Graf de la Fontaine und d'Harnoncourt-Unverzagt, geboren am Nikolaustag 1929) verdanke ich das wenige, was ich von Musik begriffen habe und darüber hinaus viele weitere Einsichten. Obwohl wir uns natürlich nie persönlich begegnet sind, stehen deshalb nicht nur seine Bücher * sondern auch sein Foto auf meinem Bücherregal neben denen meiner Eltern, enger Freunde und Verwandten und dem von Gilbert Keith Chesterton. 

Schon zu seinem 80. Geburtstag hatte er gescherzt: "Es gibt ein Ablaufdatum bei mir. Natürlich plane ich - aber ich warne jeden, de mit mir etwas plant." Am Tag vor seinem 86. Geburtstag war dann das Ablaufdatum erreicht. In gewohnter Souveränität trat er vom Pult ab und richtete ein letztes Wort an sein Publikum - in Form eines Einlegeblatts in das schon gedruckte Programmheft: 



Wie ihn Kollegen gesehen haben, mag ein Zitat aus dem Nachruf des ORF wiedergeben: 

Für die Wiener Philharmoniker ist nach dem Tod von Harnoncourt „nichts mehr so, wie es war“. Das schrieb Vorstand Andreas Großbauer im Namen das Orchesters, das sich derzeit auf Tournee in Südamerika befindet. Harnoncourt war Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. Zweimal - 2001 und 2003 - hatte er das Neujahrskonzert dirigiert.
„Wir werden diesen Querkopf, Andersdenker und Tiefenbohrer in die menschlichen Seelen vermissen. Viele Werke von Johann Sebastian Bach bis Alban Berg haben wir durch ihn neu gelernt. Seine bahnbrechenden Interpretationen führten uns an unsere Grenzen und darüber hinaus. Sie haben uns vor den Kopf gestoßen, erschüttert - und überzeugt. In tiefer Verbundenheit gilt unser Mitgefühl seiner Familie“
Ich hatte zuerst Mitte der Neunziger von ihm in der "Zeit" gelesen - als ich noch gar keine Ahnung von Musik hatte. Besonders faszinierten mich seine Schilderungen des Daseins eines Orchestermusikers zwischen Meisterschaft und Unterordnung. Vielleicht war es dieses Interview hier, aber ich glaube nicht. Von da an wünschte ich mir, ihn einmal zu erleben, und als es mich 1996 nach Berlin verschlug, war es soweit. Ich hatte nur einen der billigen Plätze auf dem Podium der Philharmonie hinter dem Orchester ergattern können, aber das stellte sich als großes Glück heraus: Die Klangqualität ist hinter dem Orchester natürlich bescheiden aber stattdessen konnte ich sehen. Sehen, warum es einen Dirigenten gibt - was ich Banause mich vorher immer gefragt hatte. Sehen wie sich der Klang aus den Fingern (er arbeitete immer ohne Taktstock) und den Augen dieses Dirigenten durch das Orchester bewegte. Der Klang wurde geradezu körperlich - ein lebendes atmendes sich bewegendes Wesen. Es wurde greifbar, warum dieser Mann darauf bestand, dass Sprache Musik ist und Musik Sprache. Von da an faszinierte mich Musik, was u.a. in den vergeblichen Versuch mündete, mit über 40 Jahren noch ein Instrument zu erlernen. Anderes war nicht so vergeblich.


Nikolaus Harnoncourt bei seinem Abschied von Berlin im Konzerthaus am Gendarmenmarkt im Oktober 2014
Ein besonderes Erlebnis war es, einmal einer Probe mit einer Gruppe junger Musiker beiwohnen zu dürfen und die Art und Weise zu erleben, wie er mit alltäglichen und nicht so alltäglichen Vergleichen versuchte, deren Fantasie und Erinnerungen zu nutzen ("Stellen Sie sich einen ungarischen Liebhaber vor!…nein, das ist kein ungarischer Liebhaber, da schläft die Angebetete ja gleich ein - das muss viel feuriger sein"), um ihnen verständlich zu machen, was der Komponist in der Musik, in einem musikalischen Motiv ausdrücken wollte. Beispiele für seine Redekunst und Lust an Vergleichen und der Metaphern lassen sich leicht finden.

"Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage - sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Menschsein" - mit diesem Zitat von ihm hat die FAZ online über seinen Tod berichtet. Malerische Aphorismen dieser Art waren eine der ganz großen Begabungen dieses auf mehreren Ebenen Sprach-Kundigen. Statt meinerseits noch mehr dürftige Worte über ihn zu verlieren, möchte ich einige davon hier zitieren. Die Autorin und der Verlag, in dem sie veröffentlicht wurden, mögen es mir verzeihen und als Werbung ansehen.


Lächeln kann er auch ...
Zitate aus "Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten" (Sabine Gruber) notiert bei Proben zur Heiligmesse (Joseph Haydn) mit dem Arnold-Schoenberg-Chor

(T 13-20)
Die beiden "Kyrie eleison" - das drückt Erfüllung - Nichterfüllung aus, die zwei Takte dazwischen, nach dem Trugschluss, die heißen: ojeojeoje

(Fugenthema Kyrie T. 35ff, zu den Chorbässen)
Irgendwie ist das nicht echt, klingt so - profimäßig


und sogar noch ein bisschen mehr - obwohl er fand, dass das laute Lachen nie Freude ausdrückt, höchstens Schadenfreude

(T 57 ff, chromatischer Abstieg in Sopran und Alt)
Verzweiflung und Nichterfüllung! Heulen! Ich dreh durch! - Nur der Tenor darf ein bisserl schön sein.

(T 128)
Bässe! Richtig schreien! Es klingt sonst wie ein harmloser Feuersalamander gegen ein Krokodil!

Schreien ist verboten, ich weiß, aber es ist richtig. Ich finde schon, dass ein Chor schreien darf … aber ich bin ja kein Inhaber eines Chores

T(67 ff)
Ihr schwebts da wie die Seraphime, die haben keine Beine aber sechs Flügel, und die schauen einen immer an, egal ob man da oder dort steht.

inmitten seiner Musiker - der Concentus Musicus


(T 5ff, "Patrum omnipotentem, factorem coeli et terrae"; zum Chor)
Ihr singts: Der hat alles gemacht. Homework. Und das Orchester macht die Nutverbindungen.

(T 39ff; "Genitum, non factum, consubstantialem Patri: per quem omnia factum sunt")
Der ganze Chor findet das witzig, dass er "genitum" ist und nicht "factum", dass er gezeugt und nicht gemacht und einfach plötzlich so da ist.

(T 141 ff; "Judicare vivos et mortuos", unterbricht, zum Chor)
Sie sind Verteidiger, oder? Sie hauen jeden raus … Aber nein! Sie sind Staatsanwälte!! Sie bringen alle in die Hölle!

(T 166 ff; "Et in spiritum sanctum, Dominum, et vivicantem …")
Normalerweise ist er ja immer ein Vogerl, der heilige Geist, aber hier sind das Insekten … können Sie das bitte singen wie tanzende Libellen?


etc etc etc


Nikolaus Harnoncourt, mögen Sie ruhen in Frieden und das ewige Licht leuchte Ihnen. Ich freue mich darauf, Ihnen dereinst zu begegnen, wenn der Herr es will.

*von Nikolaus Harnoncourt:
Musik als Klangrede. Wege zu einem neuen Musikverständnis. Bärenreiter Verlag. ISBN 3-423-10500-3; 1982 Residenz Verlag. ISBN 3-7017-0315-9.

Der musikalische Dialog. Gedanken zu Monteverdi, Bach und Mozart. Bärenreiter Verlag 2001; Residenz Verlag 1984. ISBN  3-7017-0372-8.

Was ist Wahrheit? Zwei Reden. Residenz Verlag 1995. ISBN 3-7017-0889-4

Töne sind höhere Worte. Gespräche über romantische Musik. Residenz Verlag 2007. ISBN 978-3-7017-3055-1

über Nikolaus Harnoncourt; u.a.:
Monika Mertl: Vom Denken des Herzens: Alice und Nikolaus Harnoncourt. Eine Biographie. Residenz Verlag 1999. ISBN 3-7017-1051-1

Sabine Gruber: Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten. Die Sprachbilderwelt des Nikolaus Harnoncourt. Residenz-Verlag 2003. ISBN 3-7017-1345-6

Sabine Gruber: Mit einem Fuß in der Frühlingswiese. Ein Spaziergang durch Haydns Jahreszeiten mit Sprachbildern von Nikolaus Harnoncourt. Residenz Verlag 2009. ISBN 978-3-7017-1517-6

Interview mit Jürgen Flimm, Regisseur und Intendant der Berliner Staatsoper, anlässlich des Todes von Nikolaus Harnoncourt

Eine Würdigung durch die Berliner Philharmoniker, mit denen er so häufig gearbeitet hat.

Gedenkseite der Styriarte, des Festivals in Graz, das jeden Sommer mit ihm und zu seinen Ehren stattfand

Die ellenlange Diskograpie wird jeder Interessierte leicht finden. Das und andere Infos über ihn unter www.harnoncourt.info

Und hier berichtet noch ein Harnoncourt-Freund unter den Bloggern


Samstag, 5. März 2016

Und zum Schluss ins Elsass: drei Kreuze in Scheibenhardt und Niederlauterbach,

Kaum zu glauben, dass Album 19 mehr als ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hat. Der erste Eintrag begann mit den Worten "neues Jahr, neues Album". Nun denn, manche Jahre lassen einfach nicht genug Zeit für Blogeinträge. Hoffen wir, dass das übrige 2016 da besser wird. Es gibt aber auch nur noch zwei Alben ...

Die folgenden drei Kreuze gehören allerdings noch zu Album 19 und zwar zur südöstlichen elsässischen Ecke 






40. Scheibenhard. Dieser Ort im Elsass im Département Bas-Rhin ist ist vom deutschen Ort Scheibenhardt durch das Flüsschen Lauter getrennt. Das ist seit dem Wiener Kongress so - damals wurde die Lauter zum Grenzfluss erklärt. Leider scheint (oder schien?) der Fluss eine echte Grenze im Kopf darzustellen. Ob es inzwischen besser ist? Immerhin gibt es hiwwe wie driwwe Wegkreuze.


41. Niederlauterbach: Ähnlich grenznah liegt Niederlauterbach. Bis auf die Jahreszahl 1927 (auf der rechten Seite zusammen mit der Angabe des Stifterehepaars) kann ich die Inschrift leider nicht lesen.
Ein weiteres Kreuz in Niederlauterbach kann man dank Geocaching hier finden.


42. Und zu guter Letzt noch ein Kreuz in Niederlauterbach.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Süßer die Glocken nie klingen ...

Adventskalender! Das Christkind kommt bald!

Eine Erinnerung: Die Adventskalender meiner Kindheit hatten noch keine Schokoladenfüllung. Da waren hinter den Fenstern so kleine Bildchen. Eigentlich war es immer ein wenig schade, die Türchen zu öffnen, denn die Adventskalender waren bestreut mit Glitzerstaub. Die Bildchen waren zwar nicht aus Schoki, aber trotzdem spannend. Mit der Zeit wussten wir Kinder ungefähr, was kommen würde. Mal war es eine Kerze, mal ein Schaukelpferd. Am Nikolaustag oft ein Lebkuchenherz. Was besonderes war schon ein Engelchen. Und am Heiligen Abend gab es ein großes Tor, hinter dem sich ein Krippenbild verbarg!
Eines der kleinen Bildchen war immer eine Glocke, ungefähr so:


 Eingefallen ist mir das bei einem Spaziergang neulich. Ich befand mich auf einer Anhöhe, sah auf ein Dorf in der Umgebung hinunter und die Kirchenglocke läutete zum Mittag, wie allgemein gesagt wird. In letzter Zeit wurde ich öfter gefragt - von den verschiedensten Leuten - wieso um 12 Uhr die Glocken läuten. Angelusläuten - das sagt kaum jemand mehr was. Es war ein schöner Tag, leicht neblig, aber die Sonne kämpfte sich hervor.

Blick auf Kindsbach, vom Hörnchenkreuz aus
 Ich genoss die Aussicht und auch das Geläut und dachte darüber nach, wie traurig es wäre, wenn keine Glocken mehr läuten würden. Es gibt schon Orte mit Verboten und viel Kritik daran!
 Dabei fiel mir meine Kunstlehrerin ein, die ich vor etwa 45 Jahren am Gymnasium hatte. (Seltsam, wie gerade in der Weihnachtszeit sich die Erinnerungen regelrecht aufdrängen!) Ich mochte sie nicht besonders, denn sie gab mir immer nur Note Drei - dabei fand ich, dass meine Werke deutlich bessere Noten verdient hatten. Etwas von dem was sie einmal sagte, ist mir aber unvergessen. Auch sie erzählte von einem Spaziergang. Sie habe heruntergeschaut auf ein Dorf inmitten herrlicher Landschaft, sagte sie, und gedacht, wie schön doch dieser Anblick sei! Aber etwas habe ihr gefehlt. Sie kam nicht drauf, was es sein könnte. Erst später, als sie schon längst weitergegangen war, fiel es ihr ein, was sie gestört hatte. Das Dorf, meinte sie, hatte so eine "moderne Kirche" ohne Kirchturm.
Ich weiß gar nicht mehr, was sie uns damals lehren wollte, unsere Kunstlehrerin. Aber ich verstand sofort was sie meinte. Zu unserer Landschaft gehören Dörfer und Städte mit Kirchtürmen. Zu den Kirchtürmen und zur Heimat gehört der Klang von Kirchenglocken. Nicht nur, aber ganz besonders zur Weihnachtszeit! Und zu uns allen gehört auch unser Glaube an den Heiland, der sich uns neu schenkt.

Hier können die Glocken der protestantischen Kirche Kindsbachs angehört werden.

So und jetzt zum Schluss noch ein Adventskalender-Bild. Und schon wieder eine Erinnerung, an ein uraltes Kinderbuch, das ich "alle Jahre wieder" lesen will. Frohe, gesegnete Weihnachten uns allen!

Weihnachtsbuch aus dem Verlag ARS SACRA 1929
mit Bildern von Josef Madlener, geschrieben von Marga Müller